Neodym-Magnete werden nicht nur nach Stärke (N35 bis N52) eingestuft, sondern auch danach, wie viel Hitze sie vertragen, bevor sie ihren Magnetismus verlieren. Bei Motoranwendungen ist die Temperaturklasse oft das entscheidende Kriterium, nicht die reine Haftkraft.
Standard- im Vergleich zu SH-, UH- und EH-Güten
Ein Standard-N42-Magnet ist für den Dauereinsatz bis etwa 80 °C ausgelegt. Sobald die Innentemperatur eines Motors regelmäßig darüber liegt, wie es bei Industrieantrieben, Aktuatoren im Fahrzeugbau und dauerhaft belasteten Servomotoren üblich ist, braucht der Magnet eine höhere Temperaturklasse: SH (150 °C), UH (180 °C) oder EH (200 °C).
Eine unterdimensionierte Güte in einem heißen Motor verringert nicht nur die Leistung, sondern kann mit der Zeit zu einer teilweisen, dauerhaften Entmagnetisierung führen, die im Nachhinein aufwendig zu diagnostizieren ist.
Praktische Faustregel
Prüfen Sie bei der Spezifikation von Magneten für eine neue Motorkonstruktion stets die zu erwartende Betriebstemperatur des Magneten unter voller Dauerlast (nicht nur die Umgebungstemperatur) und halten Sie eine Sicherheitsreserve von mindestens 20–30 °C unter dem Nennmaximum der Güte ein.
