Chinesische Exportlizenz für Dy/Tb-Magnete: Leitfaden für Käufer
Manche in China hergestellten Neodym-Magnete benötigen eine Exportlizenz, weil sie Dysprosium oder Terbium enthalten. Dieser Leitfaden erklärt, was kontrolliert wird, wer die Lizenz beantragt, womit Sie zeitlich rechnen müssen und wie Sie Ihre Bestellung absichern.
1. Für wen dieser Leitfaden gedacht ist
Dieser Leitfaden richtet sich an Käufer gesinterter Neodym-Magnete (NdFeB) aus China, die die Exportlizenz verstehen möchten, die für einige Güten gelten kann. Er erläutert das Prinzip, nicht den Gesetzestext. Die Regeln ändern sich; verstehen Sie die nachstehenden Daten daher als Momentaufnahme und prüfen Sie die aktuellen Texte von MOFCOM und der chinesischen Zollbehörde oder fragen Sie einen auf Außenhandelsrecht spezialisierten Rechtsanwalt, bevor Sie eine größere Bestellung verbindlich aufgeben.
2. Was kontrolliert wird
Nach der chinesischen Bekanntmachung Nr. 18 von 2025 (4. April 2025) benötigen sieben mittlere und schwere Seltene Erden eine Exportlizenz: Samarium, Gadolinium, Terbium, Dysprosium, Lutetium, Scandium und Yttrium [1][2]. Für Magnetkäufer sind vor allem Dysprosium (Dy) und Terbium (Tb) wichtig; sie werden gesintertem NdFeB zugesetzt, um Koerzitivfeldstärke und Temperaturbeständigkeit zu erhöhen. Auch Samarium-Cobalt-Magnete (SmCo) sind betroffen, da sie Samarium enthalten [2].
3. Welche Güten betroffen sein können
Standardgüten mit keinem oder sehr geringem Dy/Tb-Anteil (typischerweise die reine N-Reihe und viele M-Güten) sind am wenigsten betroffen. Die Güten mit hoher Koerzitivfeldstärke (H, SH, UH, EH, AH) beruhen meist auf Dy oder Tb und sind am stärksten betroffen [2]. Das ist eine Tendenz, keine Regel: Die genaue Rezeptur unterscheidet sich von Werk zu Werk, und eine Quelle beschreibt eine als gewöhnliches NdFeB verkaufte Charge, in der 1,2 % Dysprosium nachgewiesen wurden [2]. Lassen Sie sich vom Hersteller schriftlich bestätigen, ob die gewünschte Güte Dy oder Tb enthält.
4. Wer die Lizenz beantragt und was der Käufer beisteuert
Die Lizenz wird vom chinesischen Exporteur beantragt, nicht vom Käufer. Die Behörde entscheidet anhand der Unterlagen, die der Exporteur zusammenstellt; dazu gehören normalerweise technische Angaben zum Produkt sowie Angaben des Käufers zu Endverwender und Verwendungszweck [1][2]. In der Praxis sollten Sie damit rechnen, dass man Sie fragt, wer die Magnete verwenden wird, wofür und in welchem Land. Unvollständige oder vage Antworten sind der sicherste Weg zu Verzögerungen.
5. Zeitbedarf und Unsicherheit
Keine der von uns geprüften Quellen nennt eine verlässliche Bearbeitungszeit für die Lizenz. Nach allgemeiner Darstellung sehen die chinesischen Vorschriften eine Prüfungsfrist von bis zu 45 Arbeitstagen vor, und Branchenquellen berichten von tatsächlichen Verzögerungen von mehreren Monaten bei Lizenzen für schwere Seltene Erden. Planen Sie den Liefertermin entsprechend und gehen Sie nicht von einer raschen Erteilung aus. Das Risiko trägt auch der Exporteur: Im Mai 2026 wurde ein chinesischer Magnethersteller Berichten zufolge mit einer Geldbuße belegt, nachdem eine Dy-haltige Sendung als nicht kontrollierte Ware deklariert worden war [2].
6. Die ausgesetzten Maßnahmen vom Oktober 2025
Im Oktober 2025 kündigte China ein umfassenderes Maßnahmenpaket an (Bekanntmachungen Nr. 55 bis 58, 61 und 62), darunter eine extraterritoriale Regelung, die im Ausland hergestellte Produkte mit einem Wertanteil von 0,1 % oder mehr an Seltenen Erden chinesischen Ursprungs erfasst hätte, sowie eine Technologiekontrolle. Am 7. November 2025 setzte die Bekanntmachung Nr. 70 dieses Paket aus [1][3][4]. Mehrere Quellen berichten, dass die Aussetzung bis zum 10. November 2026 gilt [2]; wir haben dieses Datum nicht anhand des amtlichen Textes überprüft. Sie kann verlängert werden, auslaufen oder in veränderter Form wiederkehren. Wenn Ihre Lieferungen um dieses Datum oder danach erfolgen sollen, berücksichtigen Sie diese Unsicherheit im Vertrag.
7. So sichern Sie Ihre Bestellung ab
- Fragen Sie vor der Bestellung schriftlich nach, ob die Güte Dy oder Tb enthält.
- Falls ja, vereinbaren Sie, wer die Lizenz beantragt, welche Unterlagen Sie beibringen müssen und ab welchem Datum die Lieferzeit läuft.
- Wenn Sie eine andere Güte ohne Dy/Tb akzeptieren können, fragen Sie danach: Möglicherweise entfällt dadurch der Lizenzschritt ganz.
- Verlangen Sie eine Zusammensetzungsprüfung an einer Probe aus der fertigen Charge, wenn die Lizenzentscheidung davon abhängt.
- Akzeptieren Sie keinen festen Liefertermin von einem Lieferanten, der die Lizenz nicht erwähnt hat.
- Halten Sie Ihre Endverwendungsunterlagen bereit und stimmen Sie sie mit Ihren Angaben gegenüber dem Lieferanten ab.
8. Wie Rami Technics damit umgeht
Wenn für eine Güte möglicherweise eine Lizenz erforderlich ist, weisen wir im Angebot darauf hin und nennen die Lieferzeit einschließlich des Lizenzschritts. Wir fragen frühzeitig nach den Angaben zur Endverwendung und liefern keine Magnete aus, die die vereinbarte Prüfung nicht bestehen. Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre Güte betroffen ist, senden Sie uns Anwendung, Güte und Menge.
Literaturverzeichnis
- [1] Landed Math (2026). China's rare earth controls are a licence regime, not a ban. https://landedmath.com/blog/china-rare-earth-export-controls-licence-regime/
- [2] MainRich Magnets (2026). Rare earth magnet export compliance in 2026. https://mainrichmagnets.com/rare-earth-magnet-export-compliance
- [3] Pillsbury Winthrop Shaw Pittman LLP. China suspends export controls on certain critical minerals and related items. https://www.pillsburylaw.com/en/news-and-insights/china-suspends-export-controls-certain-critical-minerals-related-items.html
- [4] Clark Hill. China hits “pause” on rare-earth export controls and what it means for supply chains. https://www.clarkhill.com/news-events/news/china-hits-pause-on-rare-earth-export-controls-and-what-it-means-for-supply-chains/
Wichtiger Hinweis: Dieser Leitfaden enthält allgemeine Informationen auf der Grundlage öffentlicher Sekundärquellen und stellt keine Rechtsberatung dar. Die chinesischen Exportkontrollvorschriften und ihre Fristen ändern sich häufig, und einige der oben genannten Angaben (einschließlich des Datums 10. November 2026) wurden nicht anhand des amtlichen MOFCOM-Textes überprüft. Klären Sie die aktuelle Rechtslage mit der zuständigen chinesischen Behörde oder einem auf Außenhandelsrecht spezialisierten Rechtsanwalt, bevor Sie sich darauf verlassen. Der Leitfaden ist für Rami Technics nicht verbindlich.
